Weshalb ein Obstbauversuch?

Die Bakterienkrankheit Feuerbrand, die Bautätigkeit und die Konzentration in der Rheintaler Landwirtschaft auf Milchwirtschaft und Gemüsebau haben die Rohstoffbasis stark schwinden lassen. Neben der Förderung von Hochstamm Mostobst Anlagen wollen auch alternative und flexiblere Anbaumethoden getestet, und gegen Krankheiten widerstandsfähige Mostobstsorten gefunden werden. Das Projekt Säulenbäume-Rheintal umfasst Parzellen in Altstätten, Lüchingen, Marbach, Balgach und Widnau mit 200 bis 700 Bäumen, sowie einige Heckenpflanzungen mit 10 bis 100 Bäumen. Total wurden im Februar/März 2008 rund 3000 Bäume gesetzt. Der Anbauversuch ist eine private und durch die Pflanzer finanzierte Initiative. Er wird durch das Landwirtschaftliche Zentrum St. Gallen (LZSG Flawil) begleitet.


Was ist das Ziel dieser Versuchspflanzungen?

Obstbauern und Mosterei wollen herausfinden ob die Säulenbäume und ihre Früchte in der Praxis halten können, was sie in der Forschung versprechen. Folgende Punkte werden als Vorteile gegenüber bisherigen Anbauarten angeführt:

- robust gegenüber Krankheiten und Klima, deshalb reduzierter Pflanzenschutz

- kürzere Baum-Aufbauphase, daher früherer Ertrag

- höherer Flächenertrag

- weniger Schnittarbeit

- langes Erntefenster

Die Rheintaler Säulenbäume Pflanzungen unterscheiden sich u.a. durch Pflanzabstand, Sortenwahl, Erziehungssystem (Draht oder freistehend), Lage und Bodenbeschaffenheit. Durch diese Vielfalt können Vergleiche und Rückschlüsse auf Eignung und Wirtschaftlichkeit dieser Baumart gezogen werden.


Was sind Säulenbäume?

Die Säulenbäume, auch CATS-Bäume (Columnar Apple Tree System) genannt, wurden bereits 1960 in Kanada entdeckt. Es handelte sich um eine natürlich Zufallsmutation auf der in Kanada weit verbreiteten Sorte McIntosh. Säulenbäume bilden keine oder nur wenig Seitentriebe (Äste) sondern sogenannte Fruchttriebe. Die Bäume weisen deshalb einen kleinen Durchmesser auf und erlauben eine hohe Pflanzdichte, was in der Praxis in einem Abstand von Baum zu Baum von nur 50 bis 70 cm resultiert. Pro Hektare ergibt das rund 6000 Bäume. Da wenig Holz gebildet wird, kann der Baum die Energie früh in Früchte umwandeln. Im Pflanzjahr wird auf einen Ertrag verzichtet, aber bereits im 2. Standjahr wird mit 2 kg Äpfel pro Baum gerechnet und ab dem 5. Standjahr kann jeder Baum gemäss Aussagen des Züchters bis zu 15 kg Äpfel tragen.


Welche Sorten werden angebaut?

Die Sorten der im Rheintaler Anbauversuch gepflanzenten vierten Generation von Säulenbäumen werden durch die Endung -cats (Columnar Apple Tree System) als solche mit Kolonnen- oder Säulenwuchs gruppiert. Der erste Teil des Namens stammt von der eingekreuzten, normal wachsenden Sortenfamilie oder deren Eigenschaft. Unser Lieferant beschreibt sie wie folgt:

SUNCATS Form und Farbe ähnlich Pinova, flächig rot, früh reifend, Ernte um Ende August

STARCATS Form und Farbe wie Elstar, frühe Ausfärbung, leuchtend rot, Ernte um Anfangs September

REDCATS Form und Farbe ähnlich Gala, flächig rot, Ernte um Mitte September

GOLDCATS Form und Farbe wie Golden Delicious, mit angehaucht roter Seite, Ernte um Ende September

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